Verzerrte Realität der Fitnessbranche

Auf der Suche nach Perfektion.

Überall sehen wir durchtrainierte Körper, schlanke Menschen in hippen Sportklamotten, die neusten Fitnessfoods.
Nur ein flacher Bauch bringts nicht mehr bei uns Frauen, ein Twopack muss es schon mindestens sein, besser wär ein Sixpackansatz.
Aber seit wann muss regelmäßiger Sport mit einer extrem athletischen Figur einher gehen, seit wann bestimmt unser Körperfettanteil wie trainiert wir sind?

„Strong is the new skinny!“ Mit diesem Werbespruch wollte man vor ein paar Jahren drauf aufmerksam machen, dass Magermodels out sind, dass wir auf gesunde, trainierte Körper stehen. Dem konnte ich damals auch nur zustimmen. Aber wo sind wir heute?
Wenn ihr mich fragt, ist die Fitnessbranche mittlerweile kein deut besser als die Modelbranche. Im Fitnessbereich wird uns aktuell ein extrem utopisches Schönheitsideal vorgegaukelt.
Kurvig sollen wir sein, aber nicht schwabbelig, alles ist fest. Definiert. Aber Po und Brüste brauchen wir natürlich trotzdem. Klingt realistisch, bei einem Körperfettanteil von -10%. Die plastische Chirurgie machts möglich. Die Beine trainiert, aber nicht zu muskulös bitte! Natürlich kein Hauch von Cellulite oder Hautfalten, da wo sie nicht hingehören.
Da frage ich mich doch ernsthaft, wo noch ein Unterschied zur 90/60/90 Modelbranche ist.
Klar, das Training und die strickt gesunde Ernährung tun unserem Körper erstmal gut. Doch darum geht es irgendwie nicht mehr.

Was passiert mit uns, wenn wir uns von diesem Schönheitsideal leiten lassen?

Erstmal fühlen wir uns gut, denn wir werden fitter, der Körper verändert sich, wir sind Leistungsfähiger und vitaler. Doch wir werden perfektionistisch, der Bauch sieht immer noch nicht so aus wie bei unserem Vorbild. Der Po ist noch nicht rund genug. Und die Cellulite sind doch noch da. Also machen wir weiter, extremer, mehr. Versuchen noch gesünder zu essen, reduzieren und verzichten. Und wir werden nie zufrieden sein. Denn das Schönheitsideal ist unrealistisch, es ist schlichtweg nicht zu erreichen. Am Ende bleibt also nur der Frust und Unzufriedenheit.
Aus dem einstigen Ziel, fitter zu werden ist eine Abwärtsspirale geworden, aus der wir nur schwer wieder rauskommen.

Dabei sieht das alles bei den Models doch so leicht aus.
Hat sich jemand schon einmal Gedanken gemacht, wie der Alltag eines Fitnessmodels fernab der Kamera aussieht? Wie viel Energie so jemand wohl benötigt um diese Figur zu halten? Unter welchem Druck so ein Model stehen muss, ständig dem Schönheitsideal zu entsprechen um weiterhin damit Geld verdienen zu können? Mit wie vielen Enthaltungen, Verzicht und Disziplin es einhergeht.
Achja und nicht zu vergessen, da gäbe es ja noch das kleine aber feine Tool namens Photoshop. 😉

Jetzt denkst du vielleicht: „Ich nehme mir die Fotos eh nur als Inspiration und Ansporn.“
Sag mir, wie vernünftig ist es wirklich, sich ein unrealistisches Schönheitsideal zum Vorbild zu nehmen, einen Ansporn für etwas, was wir nie erreichen können?

Die Wahrheit ist und die Praxis beweist es ohne Zweifel:
Menschen die rein aus innerem Antrieb Sport treiben, für sich selbst, um leistungsfähiger zu sein, Krankheiten vorzubeugen und gesund zu leben haben langfristig einen attraktiveren Körper und leben gesünder. Denn sie bringen sich nicht ständig durch Diäten und dem Nacheifern absurder Schönheitsideale in Mangelzustände, sondern arbeiten mit ihrem Körper im Einklang.

-Elisa

 

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