Neu in Hamburg: 1 Jahr Stadt(er)leben

Im April 2018 war ich neu in Hamburg. Vor genau einem Jahr nämlich, habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin vom Land in die Stadt gezogen. In diesem Beitrag möchte ich mit dir meine Erlebnisse teilen.

Du bekommst in dem Post ein paar Einblicke meines Privatlebens, nicht gerade der typische Blog-Content, den du sonst von mir kennst. Ich sitze gerade nämlich auf dem Sofa in meiner Wohnung, genieße die Sonne, die durch die riesigen Wohnzimmerfenster scheint und lasse das letzte Jahr Revue passieren. Ein Jahr voller Veränderungen, Eindrücken und vor allem viel Spaß. Das Osterwochenende liegt hinter uns und genau zu dieser Zeit bin ich letztes Jahr hier neu nach Hamburg gezogen.

Zu Ostern 2018 habe ich mit viel Unterstützung von meinem Freund, Eltern und Bruder den Umzugsanhänger gepackt und bin nach Hamburg in eine Dreier-WG gezogen. Warum eigentlich? Für mich stand schon länger fest, dass ich weg will aus der Heimat. Neues entdecken, das Stadtleben kennenlernen und herausfinden wie ich eigentlich mein Leben gestalten will. Also habe ich meinen damaligen Job gekündigt und mich hier in Hamburg um eine Stelle als Fitnesstrainer beworben. Das hat auch prompt geklappt, sodass nur noch eine passende Bleibe gefehlt hat. Die Wohnungssuche hier ist, wie du sicher schon mitbekommen hast, katastrophal, also entschied ich mich für ein WG Zimmer. Über das Internet Portal „WG-Gesucht“, war auch dieses recht schnell gefunden.

Alter Elbtunnel

Der erste Monat war ziemlich aufregend, daran erinnere ich mich heute noch sehr gut, so ganz neu in Hamburg. Meine Orientierung ist ungefähr so gut wie die eines Toastbrots, deswegen war es für mich erstmal sehr wichtig die Wege zur Arbeit abzuchecken. Damals in der Heimat auf dem Land habe ich alles mit dem Auto erledigt. Hier in Hamburg fahre ich ausschließlich Öffi´s und Fahrrad. Meine Auto habe ich verkauft, bevor ich herkam. Ich wohne ziemlich zentral und kann sagen das der Nahverkehr hier sehr gut funktioniert. Die Bahnen kommen wirklich zu 99% pünktlich, fahren zu den Stoßzeiten im 5-Minuten Takt und sowohl U-Bahn als auch Busse sind sehr Modern und immer sauber. Eine klassische Straßenbahn hat Hamburg übrigens nicht.

Der Sommer letztes Jahr war ja wohl mal der Hammer und so viel es mir wirklich nicht schwer mich in Hamburg zu verlieben Mit dem Fahrrad durch den Stadtpark, um die Außenalster oder einfach die Stadt entdecken.

Dinge, die für mich neu in Hamburg waren:

  1. Carsharing und Taxi Apps. Für mich als Landei war es erstmal ein umdenken, dass hier alles per App funktioniert. Ich hatte vorher noch nie was von Apps wie MyTaxi oder Clevershuttle, oder seit neustem auch MOIA, gehört. Aber Taxi per Telefon rufen ist hier echt Schnee von gestern. 😀 Seitdem ich in Hamburg wohne, habe ich Carsharing wirklich für mich entdeckt. Ich finde es eine revolutionäre Idee Autos zu teilen! Man benötigt nur, was sonst, eine App. Überall in der Stadt verteilt findet man Carsharing Autos und kann diese einfach mit dem Smartphone öffnen und losdüsen. Das ganze kostet ca. zwischen 25 und 50ct die Minute. Wenn man das Auto nicht mehr braucht kann man es einfach parken und per App die Fahrt beenden.
  2. Essen bestellen per App. Ich glaube darauf habe ich mich schon vor dem Umzug nach Hamburg am meisten gefreut. Wenn man mal keine Lust hat zu kochen einfach Essen per App zu bestellen. Hier in der Stadt ebenfalls völlig normal und ich glaube per Telefon kann man hier nicht mal mehr Essen ordern. Die Auswahl an Restaurant ist riesig und egal ob man Vegetarier, Veganer ist, Unverträglichkeiten hat, gesund essen möchte, jeder findet etwas Leckeres.
  3. Alles vor der Haustür. Früher musste ich für alles ins Auto steigen und wenn man mal shoppen wollte, oder etwas spezielleres brauchte kam es auch schnell vor das man eine Stunde Autofahrt in Kauf genommen hat. Das ist in der Stadt alles vorbei. Hier fragt man sich nicht wo der nächste Supermarkt ist, sondern in welchen man gehen möchte. Ich kann mindestens eine Hand voll in einem Umkreis von 1km meiner Wohnung aufzählen. Dazu kommen Drogerien, Feinkostläden, Apotheken, Friseure, Bäcker…
  4. Mentalität der Menschen. Natürlich ticken die Städter anders als wir Landeier. Meiner Meinung nach sind die Hamburger sehr offen und es fiel mir von Anfang an nicht schwer neue Leute kennenzulernen. Über Facebook Gruppen wie „Neu in Hamburg“ findet man auch immer jemanden zum feiern, was trinken gehen oder einfach auf einen Kaffee in der Mittagspause. Allerdings finde ich das es recht schwer ist, Freundschaften aufzubauen. Ich würde sagen, dass Beziehungen viel oberflächlicher geführt werden und man nach ein, zwei Treffen oft auch schnell wieder vergessen wird.
  5. Fahrrad fahren. Tatsächlich habe ich mich besonders darüber gefreut endlich mein Fahrrad wieder mehr nutzen zu können. Früher in der Heimat waren die Wege immer zu lang um das Fahrrad sinnvoll im Alltag zu nutzen. Wie oben schon erwähnt fahre ich hier so gut wie nur Fahrrad, wenn das Wetter nicht super schlecht ist.
Planten un Blomen

Ich bin wirklich froh und dankbar nach Hamburg gezogen zu sein. Ich liebe diese Stadt und würde sie auch jedem wärmstens empfehlen. Muss ja nicht gleich ein Umzug sein. Ein Städtetrip oder Kurzurlaub sollte aber auf jeden Fall drin sein. 🙂 Nach gut einem Jahr kann ich sagen das ich hier gut angekommen bin und mich eingelebt habe. Neu in Hamburg fühle ich mich nicht mehr wirklich und zurückziehen kommt für mich so schnell nicht in Frage.

Obst vom Fischmarkt

Bist du auch neu in Hamburg oder eine andere Stadt gezogen? Was sind deine Erfahrungen? Schreibe mir gerne in den Kommentaren was du gelernt hast. 🙂

-Elisa

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